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FFR-Messung

Die FFR Messung bestimmt den intrakoronaren Druck in einem Gefäß und ist eines der modernsten diagnostischen Verfahren, das zur Zeit eingesetzt wird.

 


Bei der FFR Messung wird ein hauchdünner Draht (z.B. PressureWire™) durch einen Katheter in die Herzkranzgefäße vorgeschoben. Dabei spürt der Patient nichts und ist vollkommen schmerzfrei. Am vorderen Ende des Drahtes ist ein mikroelektronischer Chip in Form eines Sensors integriert. Dieser Sensor, der in etwa den Durchmesser eines Schmetterlingsfühlers hat, misst den Blutdruck an jeder Stelle in den Herzkranzgefäßen.

Man macht sich bei diesem Verfahren die Tatsache zunutze, dass der Blutdruck in allen Gefäßabschnitten eines gesunden Herzkranzgefäßes genau so hoch ist wie der vom Herzen kommenden Hauptschlagader (Aorta). Im Gegensatz dazu ist der Druck hinter einer Verengung deutlich reduziert.

Vergleicht man also den Druck vor einer Verengung und hinter einer Verengung, kann man deutlich erkennen, ob sie den Druck und damit den Blutfluss vermindert. Dazu wird unter Aufsicht eines Arztes bei der Untersuchung durch speziell wirkende Medikamente eine Belastungssituation (Treppen steigen, Dauerlauf, Aufregung etc.) simuliert.


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Im linken Bildteil ist ein Herzkranzgefäß mit einer Engstelle dargestellt. Der Drucksensor des Drahtes liegt (rechts) hinter der Engstelle. Registriert werden die Druckwerte in der Aorta bzw. am Eingang des Gefäß (Pa) und hinter der Engstelle (Pd). In der Druckregistrierung (Rechter Bildteil) werden die Drucke rot (Pa) bzw. grün (Pd) dagestellt und gleichzeitig das Verhältnis beider Drucke, die FFR, in gelb abgebildet. In diesem Beispiel beträgt die FFR hinter der Engstelle 0,76 und ist damit eventuell behandlungswürdig.
 

 

Auf Grundlage der Ergebnisse kann der Arzt entscheiden, welche Behandlung in Ihrem Fall die beste ist.

Eine kleine FFR-Druckverminderung deutet daraufhin, dass die untersuchte Verengung die Blutversorgung des Herzens nicht stark beeinträchtigt. In diesem Fall kann der Arzt möglicherweise auf ein invasives Verfahren verzichten und stattdessen eine medikamentöse Therapie bevorzugen. Oder er kann den möglichen Ursachen der Beschwerden weiter nachgehen.

Bei einer sehr starken Verminderung des FFR-Drucks entschließt sich der Arzt möglicherweise zu einer Erweiterung der Verengung mithilfe eines Ballons (Ballondilatation) bzw. durch einsetzen eines röhrenförmiges Gittergerüsts als Gefäßstütze (Stent), oder er überweist den Patienten zum Legen eines Koronarbypasses an einen Herzchirurgen.

Wenn eine Dehnungsbehandlung angewendet und/oder ein Stent eingesetzt wird, kann der Arzt direkt im Anschluss des Eingriffs die FFR erneut bestimmen. Der Vorteil: die Erfolgskontrolle findet noch im Herzkatheterlabor statt. Bei nicht optimalem Ergebnis ist für eine wiederholte Gefäßerweiterung kein neuer OP-Termin notwendig, der Eingriff erfolgt unmittelbar im Anschluss an die Untersuchung über den bereits eingeführten Katheter.